Neben den Einschüchterungsversuchen des Innenministeriums erreichen das Bündnis nun auch die erwarteten Drohungen der Naziszene. So erhielt die Band FeineSahneFischfilet, die am 25.8. im Rahmen des Konzertes am Sonnenblumenhaus auftreten wird, eine literarisch anspruchsvolle Warnung:

"Wenn ihr nach Lichtenhagen kommt zeigen wir euch mal wie wir Fischfilet aus euch machen und machen euch die Hölle heiß. Keine Sau brauch eure Antifakapelle hier."

Dazu Sänger Montchie: "Natürlich lassen wir uns durch solche eMails nicht einschüchtern. Natürlich werden wir am Samstag mit auf die Straße gehen und das Konzert spielen. Unsere Demo zeigt klar: Rostock ist keine Homezone für Nazis."


Unterdessen wurde bekannt, dass Bundespräsident Gauck auf der zentralen Gedenkveranstaltung der Stadt am Sonnenblumenhaus eine 20 Jahre alte deutsche Eiche pflanzen wird.

"Die deutsche Eiche steht seit dem Kaiserreich für militärische Tugenden von Härte und Unbeugsamkeit. Im Nationalsozialismus wurden in ganz Deutschland 'Hitlereichen' gepflanzt. Die Wahl eines derart deutschtümelnden Symbols bringt die historische und politische Ignoranz der staatsoffiziellen Gedenkveranstaltung treffend zum Ausdruck", erklärt das Bündnis.


Einladung zur Pressekonferenz am 23. August 2012

Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen jährt sich in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal. Die Erinnerung an dieses Ereignis ist nach wie vor umstritten. Das bundesweite Bündnis "20 Jahre nach den Pogromen – Das Problem heißt Rassismus" organisiert für Samstag, den 25.8, eine Kundgebung am Rostocker Neuen Markt, eine Demonstration in Rostock-Lichtenhagen und ein abschließendes Konzert am "Sonnenblumenhaus", dem Tatort des Pogroms. Das Bündnis stellt die geplanten Veranstaltungen und seine politischen Positionen auf einer Pressekonferenz am 23.8. in Rostock vor. Wir würden uns freuen, Sie am 23.8. um 11 Uhr im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Straße 21 begrüßen zu dürfen.

Nach dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen wurde das Grundrecht auf Asyl faktisch abgeschafft, die Asylgesetzgebung stetig verschärft, auch im
Europäischen Rahmen. Aufgrund dieser bis heute anhaltenden Bedeutung des Pogroms werden auf der Pressekonferenz auch Aktivisten der aktuellen bundesweiten Flüchtlingsstreiks sprechen, sowie eine Vertreterin der Kampagne "Stop it!". Für mehr Informationen:
http://asylstrikeberlin.wordpress.com/;
http://stopitkampagne.blogsport.de/

Beim Auftritt Caffiers am 23.8. auf der Podiumsdiskussion an der Universität Rostock werden Vertreter des Bündnisses "20 Jahre nach den Pogromen – Das Problem heißt Rassismus" ebenfalls anwesend sein und für Presseanfragen zur verfügung stehen.
 

Donnerstag 23.08.2012 | 11 Uhr, Pressekonferenz | Peter-Weiß-Haus, Doberaner Straße, Rostock
Samstag 25.08.2012 | 11 Uhr, Kundgebung | Rostock-Stadtzentrum
Samstag 25.08.2012 | 14 Uhr, Demo | S-Bhf. Rostock Lütten Klein

 

 

Rostock-Lichtenhagen 2012:            Gedenken in weiss.